Editorial

Abgestuftes System von Krankenhäusern

 

Die Kreisklinik Groß-Gerau hat einen Versorgungsauftrag, der sich aus den Festlegungen des Hessischen Krankenhausrahmenplanes ergibt. Dieser legt in Verbindung mit dem damit erlassenen Feststellungsbescheid folgende Fachrichtungen für die Kreisklinik Groß-Gerau fest:

  •  Innere Medizin
  • Chirurgie
  •  Gynäkologie und Geburtshilfe.

Als Stufen der Krankenhausversorgung haben sich in Deutschland durchgesetzt:

  • Grundversorgung
  • Regelversorgung
  • Zentralversorgung
  • Maximalversorgung

Unsere Kreisklinik übernimmt die Aufgaben der Grund- und Regelversorgung. Leistungen der Gesundheitsversorgung, die die Kreisklinik nicht übernehmen kann, können zum Beispiel in einem weiteren im Kreisgebiet befindlichen Krankenhaus der Maximalversorgung, dem GPR in Rüsselsheim, übernommen werden. Die Kreisklinik arbeitet in vielen Bereichen partnerschaftlich mit dem GPR in Rüsselsheim zusammen.

 

Träger der Kreisklinik ist der Landkreis Groß-Gerau. Damit ist die Kreisklinik ein kommunales Krankenhaus. Im System der Kliniken gibt es freigemeinnützige und private Krankenhausträger.

Das Krankenhausfinanzierungsgesetz schreibt die Vielfalt der Krankenhausträger ausdrücklich fest. Deshalb haben sich die kommunalen Krankenhäuser in Hessen Gedanken gemacht über die Notwendigkeit des Bestandes kommunaler Kliniken:

Der Klinikverbund

Sicherheit und Qualität der Versorgung

 

Die Krankenhausversorgung ist Teil der durch das Grundgesetz garantierten staatlichen Daseinsvorsorge. Die kreisfreien Städte und die Landkreise sind verpflichtet, eine bedarfsnotwendige Versorgung mit Krankenhausleistungen sicherzustellen. Sicherheit kann dort vom Staat am besten gewährleistet werden, wo er zum eigenen Handeln in der Lage ist. Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft nehmen daher - als in staatlicher Verantwortung stehende Leistungsträger - eine besondere Stellung ein. Sie stehen für den Erhalt und die Funktionsfähigkeit eines belastbaren und flächendeckenden medizinischen Versorgungsnetzwerks. Ihre regionalen Angebote der Gesundheitsversorgung sind am Gemeinwohl der Bevölkerung orientiert. Sie stellen wichtige und notwendige Leistungen wie eine stationäre und in zunehmendem Umfang auch ambulante Notfallversorgung rund um die Uhr sicher. Sie halten medizinische Versorgungsangebote, wie beispielsweise bestimmte Fachabteilungen in ländlich unterversorgten Regionen, vor, die im gegenwärtigen System wirtschaftlich nicht selbstständig tragfähig sind. Sie stellen - ergänzend zum kassenärztlichen System - in ländlichen Regionen wichtige ambulante Versorgungsangebote sicher.  

Die öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser sind moderne Rundum-Gesundheitsversorger mit geprüfter und anerkannter medizinischer Qualität sowie einem am Erhalt ihrer Leistungsfähigkeit ausgerichteten Management. Im Fokus ihres Handelns stehen die Versorgungsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger. Ein aktives und verantwortungsvolles Risikomanagement zur Vermeidung von Fehlern ist ihr tägliches wie langfristiges Anliegen, dem sie hohe Aufmerksamkeit widmen.
Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft erbringen ihre Versorgungsleistung in Erfüllung eines staatlichen Auftrags frei von weltanschaulichen Vorgaben. Sie gewährleisten medizinische Versorgung ohne Zugangsbeschränkung und ohne Ausschluss aufgrund subjektiver Persönlichkeitsmerkmale für jedermann. Sie sehen sich in der Verantwortung für die sparsame und nachhaltige Verwendung der ihnen anvertrauten Ressourcen.

Faire und attraktive Arbeitgeber

 

Durch tarifgerechte Vergütung und Leistungen der betrieblichen Altersversorgung (wie der Zusatzversorgung) für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen die öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser soziale und wirtschaftliche Verantwortung. Sie stellen mit ihrem Einkaufsvolumen einen wichtigen Wirtschafts- und Standortfaktor dar und leisten einen zentralen volkswirtschaftlichen Beitrag mit den von ihnen vorgehaltenen Arbeitsplätzen, oftmals als größter örtlicher Arbeitgeber. Sie sind als Arbeitgeber attraktiv, weil sie zukunftssichere Arbeitsplätze bieten. Die Schaffung langfristiger Perspektiven ist ihnen wichtiger als die kurzfristige Optimierung von Personalressourcen. Aus-, Fort- und Weiterbildung genießen ihre besondere Aufmerksamkeit. Sie engagieren sich hier für ihre eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Andere, indem sie eine Zahl von Ausbildungsplätzen über ihren eigenen Bedarf hinaus vorhalten.

Wirtschaftliche Leistungen orientiert am Gemeinwohl ohne Profitstreben

 

Die Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft stehen im Wettbewerb mit Anderen und unterliegen denselben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie diese. Sie befürworten das Prinzip der Trägervielfalt in einem gleichberechtigten Miteinander zur Erfüllung von Subsidiaritäts- wie Solidaritätsprinzip. Da ihre Gesellschafter aber nicht an der Gewinnmaximierung orientiert sind, unterliegen sie im Gegensatz zu anderen nicht dem spekulativen Kalkül der Kapitalmärkte. Sie müssen keine kurzfristigen Renditen und höchstmöglichen Unternehmenswerte anstreben und nicht auf rein betriebswirtschaftlich motivierte Unternehmens- und Marktstrategien setzen. Ihre Strategie hat den Erhalt eines solidarischen Versorgungssystems zum Inhalt und ist auf Dauer angelegt. Die Beiträge der Sozialversicherungen kommen ausschließlich dem Gemeinwohl zugute. Folgerichtig zielt ihr Handeln auf die Erwirtschaftung der für eine Sicherung der Zukunftsfähigkeit benötigten finanziellen Mittel ab.
Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft richten sich nach den Grundsätzen guter Unternehmensführung und setzen auf die zum Bestehen im Wettbewerb erforderliche unternehmerische Freiheit. Sie finanzieren ihre Aufgaben zu wettbewerblichen Bedingungen. Zuschüsse ihrer Träger verstehen sie nicht als dauerhafte Ruhepolster. Sie dienen ihnen zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben und werden zur notwendigen Anpassung und Veränderung struktureller Nachteile eingesetzt. Die öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser zeichnen sich durch ihre unmittelbare Verantwortung gegenüber den demokratisch gewählten Vertreterinnen und Vertretern aus, die als Repräsentanten in ihren Unternehmensorganen mitentscheiden. Dabei unterliegen sie ganz besonderen Anforderungen an Transparenz und Nachvollziehbarkeit ihrer Entscheidungen und Handlungsweise.
In diesem Sinne setzen sich die Krankenhäuser in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft in Hessen für Rahmenbedingungen ein, die eine solidarische und qualitativ hochstehende stationäre Versorgung für Alle und eine Existenz von Krankenhäusern in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft auch in Zukunft sicherstellen.